Sammlungsüberschuss?

Am Montag war ich in einem Aussendepot des Britischen Museums, wo ich mir die archäologische Sammlung von Barbers Brüdern James Henry und Thomas Holden Bowker angesehen habe. Das war eine interessante Erfahrung. Das Aussendepot ist schwierig zu finden. Man kriegt kurz vor dem Termin Anweisungen. Es ist ein altes, verlassenes Fabrikgebäude im östlichen London. Die Strasse ist heruntergekommen und man hat stets das Gefühl sich verlaufen zu haben. Doch dann steht man vor der Backsteinfassade. Es begrüssten mich Eingänge mit Schildern, die sagten, dass dies nicht der Haupteingang sei. Als ich den endlich gefunden und mich registriert hatte, kam mich eine Praktikantin abholen, die den Weg durch das Labyrinth verschiedener Häuser selbst kaum fand. Ihr halbes Jahr Praktikum sei bald um, meinte die Archäologin, aber sie hätte kaum was gelernt, ausser der Weg von der Porte zum Study Room zu finden. Das bestätigte sich dann auch bei jeder Frage, die ich stellte. Die Sammlung, so meinte sie, sei wohl nie ausgestellt worden und würde wohl nie ausgestellt. Sie befindet sich in einem Dornröschenschlaf. Warum wird diese nicht einer südafrikanischen Institution gegeben, fragte ich mich, doch viele Museen in Südafrika, wie das Iziko South African Museum in Kapstadt haben selber tausende Boxen von archäologischen Fundstücken in ihren Depots. Wer entscheidet was im Depot bleibt und was ausgestellt wird auf welcher Grundlage? Öffentlich zugängliche Depots scheinen eine Möglichkeit solche Sammlungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Vergraben könnte man die Artefakte auch, aber das sind sie ja bereits in der musenlogischen Unterwelt.